.

Meldepflicht für neue Schädlinge

Wenn ein Quarantäneschädling oder ein potenzieller Quarantäneschädling in Deutschland oder in der Europäischen Union festgestellt wird, müssen alle Anstrengungen unternommen werden, um seine Ausbreitung zu verhindern. Um andere Bundesländer und Mitgliedstaaten der Europäischen Union vor der Verbreitung des Schädlings zu warnen, müssen solche Schädlinge offiziell gemeldet werden.

> Meldepflichtige Schädlinge

> Wer muss einen Schädling melden?

> Wer meldet wem?

Meldepflichtige Schädlinge

Meldepflichtig sind alle Schädlinge, die bereits Quarantänestatus besitzen, sowie "neue" Schädlinge, das heißt solche, die nicht in der  Verordnung (EU) 2019/2072 [PDF] aufgeführt sind, bisher nicht in Deutschland aufgetreten sind und Schadsymptome verursachen. Für die Meldung ist es unerheblich, ob Maßnahmen ergriffen werden oder wurden.

Das sind insbesondere:

Schädlinge des  Anhangs II und des Anhangs III [PDF] der Verordnung (EU) 2019/2072, die bisher generell oder an bestimmten Wirtspflanzen noch nicht in Deutschland festgestellt wurden,

Schädlinge, die nicht in den Anhängen II und III der Verordnung (EU) 2019/2072 genannt und neu  in Deutschland sind (auch schon im Verdachtsfall), sich ausbreiten und Schaden verursachen können. Zum Beispiel

  • Schädlinge, für die die EU-Kommission Notmaßnahmen vorbereitet oder getroffen hat (zum Beispiel Tomato brown rugose fruit virus),
  • Schädlinge der Warnliste der Europäischen und Mediterranen Pflanzenschutzorganisation (EPPO),
  • Sonstige neue Schädlinge, von denen bekannt ist, dass sie Schadsymptome verursachen können.

Nicht meldepflichtig sind Schädlinge, die in Deutschland weit verbreitet sind, wie zum Beispiel die Bohnenblattlaus. 

Wer muss einen Schädling melden?

Jeder Unternehmer und jede Privatperson ist verpflichtet, das Auftreten von Unionsquarantäneschädlingen dem zuständigen  Pflanzenschutzdienst zu melden. Dies muss bereits erfolgen, wenn das Auftreten lediglich vermutet wird.

Wer meldet wem?

Sie informieren Ihren Pflanzenschutzdienst. Dieser leitet die Meldung weiter an das Institut Pflanzengesundheit (AG) des JKI. Dort wird geprüft, ob die Meldung an die Europäische Kommission und die EPPO weiterzuleiten ist. Diese Prüfung schließt bei "neuen" Schädlingen eine Risikoanalyse ein.
JKI/AG unterrichtet die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten der Europäischen Union, die EPPO und die Pflanzenschutzdienste in Deutschland. Wurde der Schädling mit Pflanzenmaterial ver-/eingeschleppt, wird der entsprechende Pflanzenschutzdienst in Deutschland bzw. im Ursprungsland davon informiert.

Zuletzt geändert: 29.08.2020

Powered by Papoo 2016
247473 Besucher