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Neues Pflanzengesundheitssystem – Pflanzenschädlinge

> Unionsquarantäneschädlinge

> Prioritäre Schädlinge

> Neue Schädlinge

> Unionsgeregelte Nicht-Quarantäneschädlinge

> Schutzgebiet-Quarantäneschädlinge

> Meldepflicht

> Alle bisher verabschiedeten neuen EU-Regelungen im Überblick

In den neuen Regelungen werden folgende Schädlinge unterschieden:

Unionsquarantäneschädlinge

Als Unionsquarantäneschädlinge gelten Schädlinge mit großer Schadwirkung an Pflanzen, die in der EU noch nicht auftreten oder nicht weit verbreitet sind und amtlichen Überwachungsmaßnahmen unterliegen. Sie werden in der Liste gemäß Artikel 5 der Verordnung (EU) 2016/2031 aufgeführt, die noch erarbeitet wird.

Falls ein Unionsquarantäneschädling in der EU auftritt, muss der Befall unter amtlicher Überwachung ausgerottet werden. Falls dies nicht möglich ist, muss dafür gesorgt werden, dass sich der Befallsherd nicht ausweitet.

Prioritäre Schädlinge

Es handelt sich um Unionsquarantäneschädlinge, deren mögliche Schäden besonders hoch sind. Dies können sowohl wirtschaftliche, ökologische als auch soziale Folgen sein. Die Schwere der Schadwirkung wird nach festgelegten Kriterien beurteilt. Die Liste der prioritären Schädlinge wird zurzeit erstellt.

Die zuständigen Behörden in den Bundesländern sind verpflichtet, durch Erhebungen festzustellen, ob prioritäre Schädlinge in ihrem Dienstgebiet vorkommen. Außerdem müssen sie Notfallpläne erstellen und Simulationsübungen durchführen, um im Fall des Auftretens handlungsfähig und gut vorbereitet zu sein.

Delegierte Verordnung (EU) 2019/1702 der Kommission

Neue Schädlinge

Wenn Schädlinge nicht als Unionsquarantäneschädlinge gelistet sind, aber aufgrund des Schadpotentials als solche gelten können, werden sie wie Unionsquarantäneschädlinge behandelt. Die Bewertung und Eingruppierung von neuen Schädlingen nehmen entweder die Mitgliedstaaten oder die Europäische Kommission vor. Hierfür können innerhalb der EU Notmaßnahmen erlassen werden.

Art. 29 und 30 der Verordnung (EU) 2016/2031

Unionsgeregelte Nicht-Quarantäneschädlinge

Unionsgeregelte Nicht-Quarantäneschädlinge (RNQP) sind Schädlinge, die bereits in der EU auftreten und sogar weit verbreitet sein können, aber bei Befall erhebliche wirtschaftliche Schäden an Pflanzen zum Anpflanzen verursachen können. Relevante Pflanzen müssen daher bei der Vermarktung und Einfuhr von RNQPs frei sein oder bestimmte Toleranzgrenzen eines Befalls dürfen nicht überschritten werden. Es sind Maßnahmen anzuwenden, mit denen sich ein Auftreten der RNQPs auf den Pflanzen verhindern lässt.

Schutzgebiet-Quarantäneschädlinge

Dies sind Quarantäneschädlinge, die nur in einem Mitgliedstaat der EU oder in einem Teilgebiet noch nicht auftreten. Es sind keine Unionsquarantäneschädlinge. Die amtlichen Maßnahmen beziehen sich lediglich auf die betroffenen Schutzgebiete bzw. Lieferungen in die Schutzgebiete.

Meldepflicht

Jeder Unternehmer und jede Privatperson ist verpflichtet, das Auftreten von Unionsquarantäneschädlingen dem zuständigen Pflanzenschutzdienst zu melden. Dies muss bereits erfolgen, wenn das Auftreten lediglich vermutet wird.

Zuletzt geändert: 11.10.2019

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